Zurück auf Null

Zurück auf Null

OX#117

Ein Brett, eine Orkanwolke wie eine Wand kommt da auf dich zu! Halt! Lauf! Nein! Doch, patsch, da hat sie dich und reißt dich einfach mit. Sie reißt dich durch 25 stressige Minuten ohne Gnade einfach mit. Du hast keine Chance, dich irgendwo festzuhalten, einen festen Punkt zu finden, denn feste Anker gibt es hier nicht – es gibt nur Bewegung und die geht geradewegs nach vorn. Inmitten dieser tiefdunklen Wolke findest du Frank, ein Drummer, der wild mit jeder seiner Trommeln einen Akzent dahin setzt, wo er hingehört. Dazu blasen zwei Gitarren, die unten dicke Chords donnern und oben windige Riffs drüberpusten, den letzten Anschubser gibt der Bass. Der dunkle Staub wird von Sänger Markus durch tiefgründige, düstere Worte herbeigeschrien. So ist die Live-Power auch endlich auf Platte verewigt. Hatten wir solch ein Unwetter schon mal? Ja, und zwar mit RAWSIDE, FAHNENFLUCHT, KAPITULATION BONN und den Newcomern DOKTOR ZWARCK.

Puh, luftholen!

– Fabian Schulenkorf

Proud to be punk#21

Seit 1997 treiben Stressfaktor nun schon ihr Unwesen. Resultate dieser langjährigen Schaffenszeit sind neben zahlreichen Sampler-Beiträgen ein Demotape, drei EPs und drei Komplettalben, denen sich nun ein neuer Longplayer anschließt. Starteten Stressfaktor einstmals mit hartem Deutschpunk, so sind sie ihren Wurzeln zwar durchaus treu geblieben, haben ihren Sound aber durch deutlich hörbare Elemente aus dem Hardcore- und Heavy Metal-Sektor ausgiebig erweitert – klar, wäre ja auch recht eintönig, über all die Jahre hinweg immerzu das Gleiche vom Stapel zu lassen. Herausgekommen sind hierbei zehn abwechslungsreiche, kraftvolle Songs, die ganz do it yourself im eigenen Proberaum aufgenommen und unter dem Titel „Zurück auf Null“ auf dem von Sänger Markus betriebenen Label Freibeuter Records veröffentlicht wurden. Wer jetzt glaubt, die oben genannten Gegebenheiten der Aufnahme würden den Tracks abträglich sein, irrt – hier saßen keine Laien an den Knöpfen, so dass der Sound verdammt druckvoll und impulsiv daherkommt! In den bis auf eine Ausnahme durchweg deutschsprachigen Texten bilden aufmerksame Beobachtungen der eigenen Lebensumwelt die Grundlage, aus der letztendlich die gesellschaftskritischen Texte resultieren, in denen sich das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit wie ein roter Faden durch das ganze Album zieht. Wer auf brachialen, aber nicht stumpf durchgeprügelten Punkcore-Sound abfährt, sollte Stressfaktor ruhig einmal checken oder sich das aktuelle Album besorgen – für die Vinyl-Fraktion gibt`s das gute Stück auch als Picture-LP in einer Auflage von 100 Exemplaren.

Plastic Bomb

Ende der 90er-Jahre gründeten sich STRESSFAKTOR aus Landau in der Pfalz. Bereits 1999 waren sie zum ersten Mal auf der CD-Beilage des PLASTIC BOMB Fanzines zu hören. STRESSFAKTOR sind sich musikalisch immer treu geblieben. So spielen sie auch auf dem Album „Zurück auf Null“ knallharten Punk und Hardcore mit Versatzstücken von Metal und D-Beat. Sie sind musikalisch besser geworden und haben auch einen Sound mit ordentlichem Wumms, so dass die Songs richtig knallen. Die Tracks sind abwechslungsreich gestaltet und auch mit Melodien ausgestattet, so dass Kurzweil garantiert ist. Man hört den Aufnahmen und den Liedern an, dass die Band bemüht war hier nichts Halbgares abzuliefern, sondern eine Platte, zu der man 100%ig stehen kann. Die 10 kritischen Songs mit gut formulierten, klischeelosen deutschsprachigen Texten über die Abgründe des Lebens erscheinen als CD im Digipack und auch als limitierte Picture-LP (100 Stück). Micha.- (www.Stress-Faktor.de / im Plastic Bomb Shop: www.mailorders.de)

Punkrock #21

Ui, da haben sich die Landauer aber wirklich Zeit gelassen, datiert doch die letzte Veröffentlichung von Stressfaktor in das Jahr 2009. Weiß der Geier, warum es so lange gedauert hat, ich hätte da jedenfalls nicht mehr mit einem neuen Album gerechnet. Aber es bewahrheitet sich mal wieder: Totgeglaubte leben länger. Gut Ding braucht Weile. Oder halt: was lange wehrt, wird endlich gut. Scheißegal, es braucht hier keine abgedroschenen Sprichwörter, auch nach insgesamt 17 Jahren hauen Stressfaktor in eine saubere, Hardcore/Metal-Kerbe oder nennt es einfach Punk. Wut und Blut spritzt aus den Boxen. Im Songwriting und den eher düsteren deutschen Texten bleibt man sich treu. Die Gitarre und vor allem die Stimme von Sänger Markus sind die Wegweiser. High End-Rotz at its best. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs bald auch wieder live Rotz und Energie versprühen. Die CD kommt im Digipack, die Picture-LP ist auf 100 limitiert und beinhaltet außerdem das Vorgängeralbum „Bruch“. Zurück auf null? Dann aber von null auf hundert in 2,8 Sekunden!

– Obnoxious

uglypunk.de – 10. Dezember 2014

Sehr ruhig war in letzter Zeit um die Band geworden. Nun, fünf Jahre nach der letzten Scheibe, haben sich STRESSFAKTOR wieder ins Studio begeben, um eine neue CD einzuspielen. Zehn Songs sind dabei herausgekommen, die eine Gesamt-Spielzeit von gerade mal 25 Minuten aufweisen. Ihrem Stil ist die Band treu geblieben und knüpft genau da an, wo man vor fünf Jahren mit dem Album „Bruch“ aufgehört hat

Und das ist kompromissloser, heftiger HC-Punk mit Metal-Einschlag in einer soliden, druckvollen Produktion. Der deftige Gesang steht dabei nicht unbedingt im Vordergrund sondern fügt sich gut und harmonisch – wenn man das so sagen kann – ins Gesamtbild ein. Neben wildem Geknüppel findet sich auch die ein oder anderen Melodie, die meist von den Gitarren getragen werden. Dazu kommen aber auch rockige Elemente wie in dem Stück „Keine Zeit für Zärtlichkeit“, so dass für die ein oder andere Abwechslung gesorgt ist. Überhaupt sind die Songs ausgereifter und besser arrangiert als in vergangenen Tagen. Man hatte ja aber auch genug Zeit. Musikalische Kompetenz kann man der Band zumindest nicht absprechen. Textlich gibt man sich einerseits kritisch und kämpferisch, andererseits aber auch persönlich und nachdenklich, was eine gesunde Mischung ergibt. Dazu auch keinesfalls platt sondern mit dem notwendigen Tiefgang, der bei manch anderer Band ja leicht in Phrasendrescherei abgleitet. Das ist hier glücklicherweise nicht der Fall. Und so überzeugen auch die Texte.

Mit ‘Zurück auf Null’ liefern die Pfälzer ein gelungenes Album ab, bei dem man sich so richtig austoben kann, das dabei aber auch mit musikalischer Qualität überzeugt. Vielleicht ein klein bisschen zu kurz geraten, aber das sollte nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Eine starke, schnörkellose HC-Scheibe mit viel Ausdruckskraft und ohne Abnutzungserscheinungen. So gefällt mir das. Mirko

Leo, November 2014

„Zurück auf Null“ heißt das neue Album der alteingesessenen Südpfälzer HardcorePunks von Stressfaktor, das schon dank der deutlichen Artworks auffällt: Wo bleibt der Mensch in Zeiten der Maschine? Und sie nehmen ihren Namen wieder wörtlich, indem sie Stressfaktoren anprangern und sich als Stressfaktor für den Kapitalismus definieren: Die Hochleistungsgesellschaft imFadenkreuz. Stilistisch knüpfen die Songs ans Vorgängeralbum„Bruch“ an, wirken aber eine Spur filigraner und durchdachter instrumentiert. Geblieben sind eine gute Portion Wut und Verzweiflung. Sänger Markus Heim brüllt seine Botschaften zum hämmernden Punk bis zur Erschöpfung heraus. Nur bei „KeineZeit für Zärtlichkeit“ schimmert sie zart durch, die Hoffnung – um gleich wieder niedergeknüppelt zu werden.
Starkes Szene-Album! | wig

Underdog#46

STRESSFAKTOR „Zurück auf Null“ CD
Wer in die Enge getrieben wird, reagiert gefährlich. Die Wände rücken enger zusammen. Die Zeit zum Scheiden ist bereit, wenn nicht jetzt? Trotzig, rotzig, willensstark, STRESSFAKTOR bringt es auf den Punkt. Im Destruktivismus liegt auch das Potential, aus Nihilismus und Schwarzmalerei jene kreative Energie zu finden, die nötig ist, um eigene Konturen zu schärfen, dunkle Grundtöne zu verstärken und konzeptionelle Standards und Geltungsansprüche zu reflektieren. Die Augen öffnen, die Sinne schärfen und neue Anreize schaffen. STRESSFAKTOR führt einen offenen Dialogprozess, der praktisch-kritische Wirklichkeitsveränderungen herbeiführt, indem du deinen eigenen Weg gehst und nicht auf die anderen hörst. Das klingt einfach, aber durch das begreifende Erkennen als begriffliche Analyse der Entstehungsursachen, Entwicklungszusammenhänge und konstitutiven Beschaffenheitsmerkmale von Realitätsstrukturen ergeben sich auch Handlungsspielräume. Hart und brachial werden Zärtlichkeiten beiseite gelegt und mit aufklärerischem Denken die Lust an der Katastrophe gelautmalt, die tonnenschwer herandonnert und eine zerstörende Kraft entwickelt.
Underdog Fanzine Rezi